Christus als Licht – Der Weg der Umkehr

Der Mensch kennt die Erfahrung der Dunkelheit im eigenen Leben. Nicht jede Entscheidung führt zum Guten. Manche Gewohnheiten ziehen den Menschen langsam von Gott weg. Oft merkt er es erst spät. Die Fastenzeit stellt deshalb eine einfache Frage: In welchem Licht lebe ich eigentlich?

Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). In der Fastenzeit prüfen wir Christen unser Leben an diesem Wort. Sind unsere Entscheidungen wirklich aus der Nachfolge Christi hervorgegangen oder bedarf unser Leben der Umkehr?

Unordnung der Herzen

Der Mensch kennt sein eigenes Herz nur unvollständig. Vieles erscheint gerechtfertigt, manches wirkt harmlos, manches wird auch verdrängt. Doch wenn das Evangelium ernst genommen wird, verändert sich der innere Blick.

Der Mensch mag versuchen, sich selbst zu erklären und zu beruhigen, doch vor Gott wird sichtbar, was wirklich im Herzen lebt. Die Unruhe hat einen Grund. Der Mensch ist auf Gott hin geschaffen. Wenn er sich von diesem Ziel entfernt, entsteht eine innere Unordnung. Das zeigt sich nicht immer sofort. Oft lebt der Mensch lange in Gewohnheiten, die ihn langsam von Gott wegführen.

Das Licht Christi durchbricht diese Gewohnheiten. Es reicht tiefer als menschliche Selbstbeobachtung. Sein Wort stellt uns vor die Wahrheit unseres eigenen Lebens. Es zeigt, dass manches nicht mehr mit dem Evangelium übereinstimmt. Genau deshalb ruft die Kirche in der Fastenzeit zur Gewissenserforschung auf. Wir sollen unser Leben im Licht Christi betrachten und erkennen, wo unser Handeln von Gottes Gebot abgewichen ist.

Diese Erkenntnis ist der erste Schritt der Umkehr. Ohne Wahrheit über das eigene Leben bleibt jede Umkehr oberflächlich.

Versöhnung mit Gott

Die Erkenntnis der eigenen Sünde bleibt im christlichen Glauben nie der letzte Schritt. Christus bringt nicht nur Sein Licht, Er öffnet auch den Weg zurück zu Gott.

Christus hat den Aposteln die Vollmacht gegeben, Sünden zu vergeben: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen“ (Joh 20,23). Die Kirche hat diesen Weg von Anfang an klar benannt. Deshalb entstand das Sakrament der Buße. Hier geschieht die Umkehr nicht nur im Inneren des Menschen. Der Mensch tritt mit seiner Schuld vor Gott, bekennt sie und empfängt die Vergebung.

Buße hängt mit der Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit. Gott deckt die Sünde auf, damit der Mensch nicht in ihr bleibt. Das Licht Christi, das die Schuld sichtbar macht, führt zugleich zur Heilung.

Deshalb gehört die Beichte traditionell zur Fastenzeit. Der Mensch prüft sein Gewissen, bereut seine Sünden und sucht die Versöhnung mit Gott. Auf diese Weise wird der Weg des Christen neu geordnet. Umkehr bleibt jedoch nicht auf einen einzelnen Moment beschränkt. Sie verändert den Alltag. Gebet, Teilnahme an der Eucharistie und Werke der Nächstenliebe helfen, im Licht Christi zu bleiben. Das Leben erhält dadurch eine neue Richtung.

Das Herz im Licht Gottes

Die Fastenzeit führt den Christen zu einer einfachen Entscheidung. Der Mensch kann versuchen, im gewohnten Dunkel seiner Gewohnheiten zu bleiben. Er kann auch den Mut haben, sein Leben in das Licht Christi zu stellen. Nur in diesem Licht erkennt der Mensch den Weg, der wirklich zu Gott führt.

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