Flucht vor der Geschöpflichkeit – Die neue Sehnsucht nach dem perfekten Menschen

Früher fürchtete der Mensch die Naturgewalten. Auch vor den Göttern und vor Gott stand er mit Ehrfurcht. Ganz gleich: Der Mensch wusste, dass über ihm eine Wirklichkeit steht, die er nicht beherrscht. Nach und nach verschwand diese Haltung. Die Moderne erklärte die Welt für berechenbar. Der Mensch begann nun zu glauben, er könne alles verstehen, […]

Heiliger Justin der Märtyrer – Wahrheit oder Frieden

Die frühe Kirche hätte viele Verfolgungen vermeiden können. Denn das Römische Reich verlangte von den Christen meist keine vollständige Absage an Christus. Oft hätte schon ein äußerliches Opfer vor den Göttern genügt, ein Zeichen politischer Loyalität oder ein kurzer Akt öffentlicher Anpassung. Doch genau an diesem Punkt blieb die Kirche unbeweglich, stur könnte man sagen. […]

Babel und Pfingsten – Turm des Menschen und das Reich Gottes

Pfingsten gehört zu den großen Festen der Kirche. Viele verbinden das Fest mit den Feuerzungen, die auf die Apostel herabkamen, mit dem Heiligen Geist oder mit dem Beginn der kirchlichen Sendung. Die Heilige Schrift selbst öffnet jedoch eine tiefere Wirklichkeit. Pfingsten ist keine isolierte Szene im Neuen Testament, die nur erklären möchte, wie es sich […]

Christus beim Vater – Die menschliche Natur auf dem Thron Gottes

Der Sohn ist beim Vater. Er ist in Seine Herrlichkeit als Sieger zurückgekehrt. Von dort her herrscht Er bis ans Ende aller Tage. Und Seine reale Gegenwart bleibt der Welt nicht fern, sondern begleitet sie in jeder Stunde der Geschichte. So beschreibt die Himmelfahrt zunächst die Erhöhung Christi und Seine bleibende Herrschaft. Doch in dieser […]

Die Himmelfahrt Christi – Der erhöhte Sieger und die geöffneten Himmel

Die Himmelfahrt Christi ist kein Abschied. Die Schriften sprechen weder von Verlust noch von Entfernung oder von einem Rückzug Christi aus der Geschichte. Sie sprechen von Erhöhung: „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben“ (Apg 1,9). Die Sprache bleibt auffallend nüchtern. Gerade darin liegt ihre Schärfe. Nicht die Gefühle der Jünger […]

Die Wolke der Gegenwart – Schechina als verborgene Gestalt der Himmelfahrt Christi

Wolken gehören zum Himmel. Wir können sie am Tag und in der Nacht beobachten. Eine Wolke kann leicht sein oder schwer, harmlos oder bedrohlich. Oft kündigt sie Regen oder Unwetter an. Sie kann die Sonne durchlassen oder sie komplett verdunkeln. Trotzdem sind Wolken für die Meisten modernen Menschen, wenn nicht nur ein meteorologisches Phänomen, dann […]

Der lebendige Leib – Die Geburt der Kirche im Licht der Auferstehung

Der Ursprung der Kirche liegt nicht in einem Entschluss der Jünger, auch nicht in einer nachösterlichen Organisation der Getauften. Ihr Anfang steht im Leib Christi selbst, genauer in jenem Augenblick, in dem Seine Seite geöffnet wird: „Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus“ (Joh 19,34). […]

Tag der Arbeit – Der heilige Josef und der verlorene Maßstab der Arbeit

Heute ist der erste Mai, der Tag der Arbeit. Geschichtlich trägt der Feiertag ein starkes Gewicht. Denn er steht für Forderungen, für Konflikte und für den Versuch, die menschliche Arbeit gerecht zu ordnen. Die katholische Kirche hat diesen Feiertag nicht einfach übernommen, aber dafür tiefer ausgerichtet. Papst Pius XII. hat im Jahr 1955 den heiligen […]

Zwischen Zeugnis und bleibender Gegenwart – Warum Christus nicht allen sichtbar bleibt

Es gibt eine Frage, die einen tiefen Punkt unseres Glaubens berührt: Wenn Christus wirklich auferstanden ist und den Tod besiegt hat, warum zeigt Er sich nach Ostern nur für eine begrenzte Zeit? Warum nicht vor der ganzen Welt, vor Seinen Gegnern und vor allen Generationen zugleich, sodass jeder Zweifel sofort ausgeschlossen wäre? Für viele, die […]